AUSSTELLUNG

Karawanen
6. Dezember 2011 bis 29. April 2012 IM DB Museum Nürnberg
Eine Ausstellung des DB Museums Nürnberg und des Vereins Arabisches Museum Nürnberg e.V.

Vom 6. Dezember 2011 bis Ende April 2012 zeigten wir ein faszinierendes Panorama der Transport- und Handelsverbindungen zwischen Orient und Okzident. Mit dem Begriff „Karawane“ sind heute zahlreiche Mythen verbunden. In den Köpfen entstehen Bilder aus 1001 Nacht: die Weite der Wüste, bunte Stoffe, würzige Gerüche. In der Realität waren Karawanen vor allem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Transportmittel für exotische Waren
Karawanen zogen jahrhundertelang durch die Wüste. Sie brachten auf der Seidenstraße oder der Weihrauchstraße exotische Waren zum Mittelmeer zum Weitertransport nach Europa. Für die Nutzung der Routen waren hohe Kompetenzen gefragt. Die Karawanenführer mussten die Topographie und die Natur beherrschen. Sie mussten sicher die Reisewege und die Wasserstellen finden. Diese lagen manchmal bis zu 250 Kilometer voneinander entfernt. Oft waren die Karawanen monatelang unterwegs. Die Sterne des Himmels zeigten den Weg.

Wegbereiter für den globalen Handel
Die Araber waren mit ihren Kamelkarawanen frühe Wegbereiter eines globalen Wirtschaftsaustausches und ermöglichten kulturübergreifende Kontakte. Die Karawanen schlugen Brücken zwischen Europa und der Arabischen Welt sowie darüber hinaus über die Seidenstraße bis nach China. Die Organisation der Karawanen war dabei ein komplexes logistisch-unternehmerisches Vorhaben. Hierbei mussten auch Herausforderungen wie widrige Wetterbedingungen und Überfälle gemeistert werden.

Vorläufer der modernen Transportmittel
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die moderne Verkehrstechnik die früheren „Wüstenschiffe“ abzulösen. Der Eisenbahn-, Flug- und Straßenverkehr wurde kontinuierlich weiter entwickelt. Aber es gibt weiterhin Gemeinsamkeiten zwischen der alten und der neuen Welt. Know-how in der Logistik ist zu jeder Zeit der Schlüssel, der früher Gewürze und heute beispielsweise Unterhaltungselektronik über weite Wege hinweg zu den Händlern bringt. Die Bahnhöfe, Häfen und Flughäfen sind die Oasen unserer Zeit, wo viele Menschen zusammentreffen und die Weiterfahrt organisieren.

Verbindungen nach Deutschland
Ein Symbol für die Verbindung zwischen Deutschland und dem Orient ist der legendäre Orientexpress, dessen luxuriös ausgestattete Waggons in Nürnberg, dem Standort des DB Museums, geschmiedet wurden. Auch die historische Bagdadbahn entstand unter deutscher Federführung. Der dafür benötigte Zement wurde übrigens von Kamelkarawanen herangeschafft.

PRESSE