Unsere nächste Ausstellung

In Zusammenarbeit mit der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg e.V., der Deutsch-Omanischen Gesellschaft e.V. und CEOS (Centre for Euro-Oriental Studies der Universität Erlangen-Nürnberg) findet diese Ausstellung vom 11.11.2018 bis 28.4.2019 im Foyer der Norishalle (Marientorgraben 8, 90402 Nürnberg) statt.

 

 

 

 

 

 

Die Schirmherrschaft übernommen haben:

Bayerns Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann

Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly

 

 

Zur Vernissage am 11.11.2018, 18 Uhr, wird die Botschafterin des Sultanats Oman, I. E. Frau Lyutha Sultan Al-Mughairy, ein Grußwort sprechen.

Am Nationalfeiertag Omans, dem 18. November 2018, hält das Ehrenmitglied der Deutsch-Omanischen Gesellschaft e.V., Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Fred Scholz (Berlin) den Vortrag: „Das Sultanat Oman und sein Weg in die Moderne“

Ort: Internationales Haus, Hans-Sachs-Platz 2, Nürnberg, Raum 306 – Uhrzeit: 19.30 Uhr

Oman zeichnet eine reiche Natur aus: schroffe Steilküsten, unberührte Sandstrände, zerklüftete Gebirge, weite ebene Geröll-, Kies- und bewegte Sandwüsten, wo sich punkthaft verteilt einige Oasen befinden. Auf einer Fläche fast so groß wie Deutschland, lebten 1970 etwa 1,6 Mio. Menschen: Fischer, Oasenbauern, Beduinen und in den wenigen Küstenstädten Händler, die bis Ostafrika, Indien und ehemals sogar bis China agierten. Zu diesem an der Südost-Ecke der Arabischen Halbinsel gelegenen Land und seinen Niederlassungen in Ostafrika (z.B. Sanzibar, Pemba) unterhielten Kaufleute aus Hamburg, Bremen und Danzig schon Ende des 18. Jahrhunderts Kontakte und seit Mitte des 19. Jahrhunderts bestehen sogar enge persönliche Beziehungen aus der Sultansfamilie zu Deutschland.
Als sich Oman 1970 nach einer unblutigen Palastrevolte und dank seiner Erdölvorkommen öffnete, setzte eine moderate Entwicklung ein, die häufig als „Sprung vom Mittelalter in die Moderne“ bezeichnet wurde. Dank einer fast weise zu nennenden und auf der Toleranz des Ibadismus gründenden Politik des Herrschers zeichnet sich das Sultanat heute nicht nur durch einen bedachten, landesweiten, technischen und sozialen Infrastrukturausbau aus. Bemerkenswert ist auch das behutsame und in Ansätzen erfolgreiche Bemühen des Sultans, die traditionellen Stämme in eine demokratisch basierte, friedvolle Gesellschaft zu transformieren. – Ganz nebenbei: Oman ist inzwischen das begehrteste Reiseland in der arabischen Welt.
Der Vortrag führt in diese hier angedeutete Entwicklung und ganz generell in das Land Oman ein.


Die folgenden Vorträge finden jeweils um 19.30 Uhr im Katharinensaal der Stadtbibliothek Nürnberg (Gewerbemuseumsplatz 4) statt:

16.1.2019: Prof. Dr. Dr. h.c. Heiner Bielefeldt (Erlangen): Grenzen und Chancen religiöser Toleranz im arabischen Raum

Religiöse Toleranz hat im islamischen Denken und auch in der Praxis islamischer Staaten eine lange Tradition. Zwar bleibt diese traditionelle Toleranz gegenüber dem modernen Anspruch einer menschenrechtlich verstandenen Religionsfreiheit in mancher Hinsicht zurück. Dennoch birgt sie ein Potenzial, das in Zeiten fundamentalistischer und identitätspolitischer Verhärtungen nicht gering geschätzt werden sollte.
Heiner Bielefeldt beschreibt die konzeptionellen Grundstrukturen der Toleranz und illustriert diese anhand aktueller Praxisbeispiele aus der arabischen Welt.


7.2.2019: Prof. Dr. Ulrich Rebstock (Freiburg): Wenn zwei sich streiten, … – das Angebot der Ibāḍīya in der islamischen Geschichte


6.3.2019: Prof. Dr. Georges Tamer (Erlangen): Eine Kultur der Inklusion: Das andere Gesicht des Islam

Im Vortrag wird gezeigt, wie der Islam von Beginn an in verschiedenen Epochen seiner Geistesgeschichte mit anderen religiösen und kulturellen Traditionen interagierte, fremde Elemente aufnahm und zu einem synthetischen Ganzen zusammenführte.


20.3.2019: Dr. Norbert Weismann (University of Exeter): Frachtsegler im Monsun. Die arabischen Großsegler auf dem Indischen Ozean

Vor etwa 40 Jahren endete die über zweitausend Jahr alte Segelschifffahrt auf dem Indischen Ozean. Einer der letzten großen Frachtsegler war die Ghanja Fatah al-Khair, die jetzt in Sur, Oman ausgestellt ist.
Am Beispiel dieses Schiffes werden die Besonderheiten des Schiffsbaues im westlichen Indischen Ozean herausgearbeitet und die unterschiedlichen Schiffstypen seit dem 19. Jahrhundert dargestellt. Eine Exkursion ins 9. Jahrhundert vermittelt einen Eindruck von der langen Entwicklung dieser Schiffe.
Die kommerziellen Seiten der segelnden Frachtschiffe werden ebenso geschildert wie das Leben an Bord und im Heimathafen.


4.4.2019: Dr. Wolfgang Zimmermann (Leipzig): Wanderungen in der Straße von Hormuz. Die Fischerfamilien von Musandam (Oman) einst und jetzt

Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die „mobilen“ Fischerfamilien von Musandam, einer Exklave des Sultanats Oman an der Straße von Hormuz. Sie bildeten in den 1970er-Jahren etwa ein Drittel der damals 15.000 Einwohner zählenden Bevölkerung. Das Adjektiv „mobil“ bedeutet „saisonale Wanderungen“ zwischen zwei Siedlungen, dem Fischerort (Wirtschaftsstandort Fischfang) und einer Küstenoase (Wirtschaftsstandort Dattelkultur). In beiden Siedlungen gehören den Fischerfamilien bodenstete Häuser. Diese Situation „wandernder Fischerfamilien“ war die in der Mitte der 1970er Jahre, also vor vier Dekaden. Wie ist die Situation heute, vierzig Jahre später ? Für beide Zeitabschnitte untersucht der Vortrag die sozioökonomischen Verhältnisse und illustriert anhand von Karten und mit Fotos das Siedlungs- und regionale Mobilitätsverhalten.
In den 1970er-Jahren, als Musandam kaum zugänglich war, forschte Wolfgang Zimmermann dort für ein Jahr und lebte mit der einheimischen Bevölkerung. Seine damaligen Forschungen sind die einzigen Untersuchungen aus dieser Zeit geblieben und besitzen mit seinen Kartierungen und Fotografien heute einen unschätzbaren Quellenwert. Seit 2015 hat er seine damaligen Forschungen wiederaufgenommen, um die beiden Situationen zu vergleichen und die Ergebnisse in einer Langzeitstudie als Buch in englischer Sprache (Spaces in Time in Musandam Processes and Practices of Space Making in an Omani Province in the 1970s and forty Years later. Results of long-term Geographic Field Research) zu veröffentlichen

Weiterhin ist folgender Vortrag geplant (Ort: Internationales Haus, Hans-Sachs-Platz 2, Nürnberg, Raum 306):

28.2.2019, 19.30 Uhr: Prof. Dr. Heinz Gaube (Berlin): Die Omanis in Ostafrika

Zur Finissage am 28. April 2019 veranstalten wir in Kooperation mit den Museen der Stadt Nürnberg im Gesamtgelände des Tucherschlosses (Hirschelgasse 9-11, Nürnberg) ganztags einen Tag der Toleranz – Fest der Begegnung mit einem attraktiven Programm (Näheres folgt).

Claudia Ott (Porträtausschnitt)
Foto: Dominik Rößler

Mit dabei ist die Arabistin Claudia Ott. Unter dem Titel
„Die sieben Reisen Sindbads – eine arabische Odyssee?“
liest und erzählt sie aus der berühmten Geschichte „Sindbad der Seefahrer“. In einem Kurzvortrag verrät sie uns, was Sindbad mit Oman verbindet und wie die Geschichte in Tausendundeine Nacht gelangte.

Mit Augenmaß. Meisterwerke der Architektur in Jemen

Eine Ausstellung im Pergamonmuseum Berlin, Bodestraße vom 13. Juli 2018 bis 14. Oktober 2018

Öffnungszeiten: täglich 10-18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr

Architektur gehört zu den spektakulärsten kulturellen Errungenschaften des Jemen. Lange vor dem sagenhaften Reich der Königin von Saba entwickelte sich im Einklang mit den landschaftlichen Gegebenheiten und klimatischen Herausforderungen eine atemberaubende Vielfalt traditioneller Baustile. Ihre Markenzeichen sind mächtige Festungen, Turmhäuser und auf Bergspitzen gelegene Dörfer, verbunden durch schwindelerregende Pfade. Ausgeklügelte Kanalsysteme versorgen die steilen Terrassenfelder an den Gebirgshängen mit Wasser. Generationen von hochspezialisierten Maurern, Tischlern und anderen Handwerkern errichten mit ausgeklügelten Techniken und lokal verfügbaren Materialien einzigartige Bauensembles. Allein „mit Augenmaß“ gebaut rufen ihre Dimensionen und perfekten Proportionen bis heute Staunen und Bewunderung hervor. Für den Baumeister sind es „buildings that fill my eye“.

Die Ausstellung zeigt Beispiele dieses beeindruckenden Kulturerbes. Zugleich weist sie auf die Bedrohung durch den seit 2015 im Land anhaltenden Bürgerkrieg hin. Neben der menschlichen Tragödie sind herausragende archäologische Fundstätten, Museen und historische Monumente betroffen. Die drei UNESCO Weltkulturerbestätten des Jemen, die Altstädte von Shibam, Sana’a und Zabid, sind heute als bedroht eingestuft, zahlreiche andere Orte sind schwer beschädigt. Jenseits der öffentlichen Wahrnehmung und ohne den Schutz der internationalen Gemeinschaft geht dieses Kulturerbe unwiederbringlich verloren.

Trevor Marchand, Architekt und Anthropologe, hat diese Bauwerke während seiner 13-monatigen Lehrzeit bei jemenitischen Minarett-Baumeistern zwischen 1990 und 1998 fotografiert. Die Aufnahmen zeigen die Architektur im Dialog mit der Landschaft, vom Roten Meer über das Hochland und die Wüste bis zum Indischen Ozean und Wadi Hadramaut. Sie werden ergänzt durch historische Aufnahmen aus der Zeit um 1900, aufgenommen unter anderem von Hermann Burchardt (Leihgaben des Ethnologischen Museums und von Dr. W.-D. Lemke).

Ein Begleitband zu der Ausstellung vermittelt in 21 Beiträgen verschiedener Wissenschaftler Einblicke in verschiedene Aspekte dieses Kulturerbes. Ein Teil des Erlöses geht an UNHCR Yemen.