Unsere nächste Ausstellung

In Zusammenarbeit mit der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg e.V., der Deutsch-Omanischen Gesellschaft e.V. und CEOS (Centre for Euro-Oriental Studies der Universität Erlangen-Nürnberg) findet diese Ausstellung vom 13.11.2018 bis 28.4.2019 im Foyer der Norishalle (Marientorgraben 8, 90402 Nürnberg) statt. Hauptsponsor ist das Ministerium für religiöse Stiftungen und religiöse Angelegenheiten des Sultanats Oman.

Als Nation der Seefahrer engagierte sich Oman über drei Jahrtausende im interkulturellen Austausch mit Völkern rund um den Indischen Ozean bis nach China. Religionsfreiheit ist im Sultanat garantiert, basierend auf der historischen Tradition von Akzeptanz, Verständnis und einer friedlichen Koexistenz zwischen seinen verschiedenen religiösen Gemeinschaften. Die Informationstafeln und Objekte in dieser Ausstellung präsentieren Facetten eines modernen arabischen Landes und bieten dem Besucher Einblicke in die Praxis des Islam im Alltag, Aspekte des Lebens in der omanischen Gesellschaft, die Rolle der Frau und die historischen Wurzeln der gelebten Toleranz im Land.

Der Islam in Oman ist ein Bindeglied zwischen den verschiedenen religiösen Gruppierungen des Landes und trägt dazu bei, die kulturelle Identität in diesen Zeiten des großen Wandels zu bewahren. Diese Ausstellung zeigt, dass “Fortschritt” nicht unbedingt mit dem Verlust kultureller Identität einhergeht.

In Oman gab es immer Mitglieder anderer Religionen, einschließlich Christen, Juden, Buddhisten und Hindus. Auch heute lebt eine große Anzahl von Anhängern verschiedener Religionen in Oman. Die Religionsfreiheit ist in der Verfassung des Landes garantiert. Es gibt christliche Kirchen verschiedener Konfessionen sowie Tempel für Hindus, Buddhisten und Sikhs.

Verantwortlich für die verschiedenen Religionsgemeinschaften des Landes ist das Ministerium für religiöse Stiftungen und religiöse Angelegenheiten. Der Leiter dieses Ministeriums, Sheikh Abdullah Al-Salimi, hat eine klare Vision von der Welt und seiner persönlichen Mission:

“Wir haben auf der Erde drei verschiedene Bevölkerungsgruppen: Die erste besteht aus Christen, Juden und Muslimen. Sie glauben an den einen Gott und an eine Heilige Schrift. Die zweite Gruppe sind die Atheisten. Sie haben jedes Vertrauen in die Religion verloren. Die dritte wird geformt aus den Anhängern einer Vielzahl unterschiedlicher religiöser und spiritueller Ideen. – Wir bemühen uns um einen ehrlichen und konstruktiven Dialog mit Gelehrten und Repräsentanten aller drei Gruppen. Der Sinn des Austausches ist die Reflektion über die Fundamente des gemeinsamen Denkens, gemeinsamer Ethik und gemeinsamen Rechtsempfindens. Denn nur wenn wir uns unserer Gemeinsamkeiten bewusst werden und diese zur Basis unseres Handelns werden, bei gleichzeitigen Respekt vor kulturellen Unterschieden, werden wir und unsere Kinder einer friedlichen Zukunft entgegensehen.“

Auf einem Multimediaterminal können begleitend zur Ausstellung thematische Ausschnitte des Dokumentarfilms “Religiöse Toleranz in Oman” des deutschen Filmemachers und Grimme-Preisträgers Wolfgang Ettlich betrachtet werden.

Die Ausstellung ist eine Facette der umfassenden Initiative des Sultanats Oman zur Förderung von Frieden und Verständigung. Sie wurde bisher mehr als 100 mal weltweit in über 30 Ländern gezeigt; in Bildungseinrichtungen, Museen, Kulturzentren, Regierungsstellen und religiösen Institutionen ebenso wie in der Zentrale der UNESCO in Paris.

Das Projekt wurde für den UNESCO MADANJEET SINGH PRIZE FOR THE PROMOTION OF TOLERANCE AND NON-VIOLENCE 2018 nominiert.

Die Schirmherrschaft übernommen haben:

Bayerns Innen- und Integrationsminister

Joachim Herrmann

Nürnbergs Oberbürgermeister

Dr. Ulrich Maly

Die Vernissage der Ausstellung findet statt am 11. November 2018 um 18 Uhr im Foyer der Norishalle:

Die Botschafterin des Sultanats Oman: I. E. Frau Lyutha Sultan Al-Mughairy

Musikalische Begleitung: Gilbert Yammine


Am Nationalfeiertag Omans, dem 18. November 2018, hält das Ehrenmitglied der Deutsch-Omanischen Gesellschaft e.V., Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Fred Scholz (Berlin) den Vortrag: “Das Sultanat Oman und sein Weg in die Moderne”

Ort: Internationales Haus, Hans-Sachs-Platz 2, Nürnberg, Raum 306 – Uhrzeit: 19.30 Uhr

Oman zeichnet eine reiche Natur aus: schroffe Steilküsten, unberührte Sandstrände, zerklüftete Gebirge, weite ebene Geröll-, Kies- und bewegte Sandwüsten, wo sich punkthaft verteilt einige Oasen befinden. Auf einer Fläche fast so groß wie Deutschland, lebten 1970 etwa 1,6 Mio. Menschen: Fischer, Oasenbauern, Beduinen und in den wenigen Küstenstädten Händler, die bis Ostafrika, Indien und ehemals sogar bis China agierten. Zu diesem an der Südost-Ecke der Arabischen Halbinsel gelegenen Land und seinen Niederlassungen in Ostafrika (z.B. Sanzibar, Pemba) unterhielten Kaufleute aus Hamburg, Bremen und Danzig schon Ende des 18. Jahrhunderts Kontakte und seit Mitte des 19. Jahrhunderts bestehen sogar enge persönliche Beziehungen aus der Sultansfamilie zu Deutschland.

Majlis al Dawla (Staatsrat)

Als sich Oman 1970 nach einer unblutigen Palastrevolte und dank seiner Erdölvorkommen öffnete, setzte eine moderate Entwicklung ein, die häufig als „Sprung vom Mittelalter in die Moderne“ bezeichnet wurde. Dank einer fast weise zu nennenden und auf der Toleranz des Ibadismus gründenden Politik des Herrschers zeichnet sich das Sultanat heute nicht nur durch einen bedachten, landesweiten, technischen und sozialen Infrastrukturausbau aus. Bemerkenswert ist auch das behutsame und in Ansätzen erfolgreiche Bemühen des Sultans, die traditionellen Stämme in eine demokratisch basierte, friedvolle Gesellschaft zu transformieren. – Ganz nebenbei: Oman ist inzwischen das begehrteste Reiseland in der arabischen Welt.

Der Vortrag führt in diese hier angedeutete Entwicklung und ganz generell in das Land Oman ein.

Die folgenden Vorträge finden jeweils um 19.30 Uhr im Katharinensaal der Stadtbibliothek Nürnberg (Gewerbemuseumsplatz 4) statt:

16.1.2019: Prof. Dr. Dr. h.c. Heiner Bielefeldt (Erlangen): Grenzen und Chancen religiöser Toleranz im arabischen Raum

Religiöse Toleranz hat im islamischen Denken und auch in der Praxis islamischer Staaten eine lange Tradition. Zwar bleibt diese traditionelle Toleranz gegenüber dem modernen Anspruch einer menschenrechtlich verstandenen Religionsfreiheit in mancher Hinsicht zurück. Dennoch birgt sie ein Potenzial, das in Zeiten fundamentalistischer und identitätspolitischer Verhärtungen nicht gering geschätzt werden sollte.
Heiner Bielefeldt beschreibt die konzeptionellen Grundstrukturen der Toleranz und illustriert diese anhand aktueller Praxisbeispiele aus der arabischen Welt.

Beirut


7.2.2019: Prof. Dr. Ulrich Rebstock (Freiburg): Wenn zwei sich streiten, … – das Angebot der Ibāḍīya in der islamischen Geschichte

Selbst die Bedeutung ihres Eigennamens „Ibāḍīya“ ist umstritten: Ihre Gegner dagegen bezeichnen sie bis heute als „Auszügler“, als non-konformistische Randgruppe seit den Anfängen des Islam. Keine andere religiöse Bewegung der islamischen Ökumene blickt auf eine ähnlich lange und abwechslungsreiche Geschichte zurück wie die Anhänger der ibāḍitischen Glaubenslehre. Sie beginnt im Irak im Untergrund als anti-dynastische Alternative und gründet doch später machtvolle Imamate in West und Ost. Dabei hat sie ihre oppositionellen Anfänge über den gesamten Verlauf ihrer Geschichte bewahrt und in den Dienst der islamischen Gemeinschaft zu stellen gesucht.

Portalausschnitt der Sulṭān Qabūs Moschee in Maskat (Oman):

6.3.2019: Prof. Dr. Georges Tamer (Erlangen): Eine Kultur der Inklusion: Das andere Gesicht des Islam

Im Vortrag wird gezeigt, wie der Islam von Beginn an in verschiedenen Epochen seiner Geistesgeschichte mit anderen religiösen und kulturellen Traditionen interagierte, fremde Elemente aufnahm und zu einem synthetischen Ganzen zusammenführte.

20.3.2019: Dr. Norbert Weismann (University of Exeter): Frachtsegler im Monsun. Die arabischen Großsegler auf dem Indischen Ozean

Vor etwa 40 Jahren endete die über zweitausend Jahr alte Segelschifffahrt auf dem Indischen Ozean. Einer der letzten großen Frachtsegler war die Ghanja Fatah al-Khair, die jetzt in Sur, Oman ausgestellt ist.
Am Beispiel dieses Schiffes werden die Besonderheiten des Schiffsbaues im westlichen Indischen Ozean herausgearbeitet und die unterschiedlichen Schiffstypen seit dem 19. Jahrhundert dargestellt. Eine Exkursion ins 9. Jahrhundert vermittelt einen Eindruck von der langen Entwicklung dieser Schiffe.
Die kommerziellen Seiten der segelnden Frachtschiffe werden ebenso geschildert wie das Leben an Bord und im Heimathafen.

Jewel of Muscat, 2010 Foto Alesandro Ghidoni

4.4.2019: Dr. Wolfgang Zimmermann (Leipzig): Wanderungen in der Straße von Hormuz. Die Fischerfamilien von Musandam (Oman) einst und jetzt

Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die „mobilen“ Fischerfamilien von Musandam, einer Exklave des Sultanats Oman an der Straße von Hormuz. Sie bildeten in den 1970er-Jahren etwa ein Drittel der damals 15.000 Einwohner zählenden Bevölkerung. Das Adjektiv „mobil“ bedeutet „saisonale Wanderungen“ zwischen zwei Siedlungen, dem Fischerort (Wirtschaftsstandort Fischfang) und einer Küstenoase (Wirtschaftsstandort Dattelkultur). In beiden Siedlungen gehören den Fischerfamilien bodenstete Häuser. Diese Situation „wandernder Fischerfamilien“ war die in der Mitte der 1970er Jahre, also vor vier Dekaden. Wie ist die Situation heute, vierzig Jahre später ? Für beide Zeitabschnitte untersucht der Vortrag die sozioökonomischen Verhältnisse und illustriert anhand von Karten und mit Fotos das Siedlungs- und regionale Mobilitätsverhalten.
In den 1970er-Jahren, als Musandam kaum zugänglich war, forschte Wolfgang Zimmermann dort für ein Jahr und lebte mit der einheimischen Bevölkerung. Seine damaligen Forschungen sind die einzigen Untersuchungen aus dieser Zeit geblieben und besitzen mit seinen Kartierungen und Fotografien heute einen unschätzbaren Quellenwert. Seit 2015 hat er seine damaligen Forschungen wiederaufgenommen, um die beiden Situationen zu vergleichen und die Ergebnisse in einer Langzeitstudie als Buch in englischer Sprache (Spaces in Time in Musandam Processes and Practices of Space Making in an Omani Province in the 1970s and forty Years later. Results of long-term Geographic Field Research) zu veröffentlichen.

Fischersiedlung Kumzar 1977

Weiterhin ist folgender Vortrag geplant (Ort: Internationales Haus, Hans-Sachs-Platz 2, Nürnberg, Raum 306):

28.2.2019, 19.30 Uhr: Prof. Dr. Heinz Gaube (Berlin): Die Omanis in Ostafrika

Die Bewohner Omans besaßen schon in der vorislamischen Zeit Kenntnis von den Küstenregionen Ostafrikas und den ihnen vorgelagerten Inseln. Im frühen Mittelalter wanderten Mitglieder der in Oman herrschenden Stämme und Familien in diese Gebiete aus, und einige von ihnen gründeten dort kleine Fürstentümer.

Nach ca. 150 Jahren portugiesischer Herrschaft über die Küstenregionen Ostafrikas vertrieben die Omanis die Portugiesen aus dem Gebiet zwischen dem Norden von Mozambique und dem Süden Somalias, und dort begann unter omanischer Herrschaft eine Periode von Wohlstand.

1822 schloss der omanische Herrscher Sayyid Said mit den Engländern einen Vertrag, der den Omanis die Herrschaft über dieses Gebiet zusicherte. Das leitete eine weitere Blütezeit unter omanischer Herrschaft ein, und Oman stieg zu einer ernst zu nehmenden Seemacht im Indischen Ozean auf.

In dem Vortrag werden anhand von Beispielen aus dem Süden (Kilwa), der Mitte (Zanzibar) und dem Norden (Lamu und den ihm vorgelagerten Inseln) Zeugnisse dieser glänzenden Periode vorgestellt.

Zur Finissage am 28. April 2019 veranstalten wir in Kooperation mit den Museen der Stadt Nürnberg im Gesamtgelände des Tucherschlosses (Hirschelgasse 9-11, Nürnberg) von 10 bis 17 Uhr einen Tag der Toleranz als Fest der Begegnung mit einem attraktiven Programm (Eintritt frei – Näheres folgt).

Claudia Ott (Porträtausschnitt)
Foto: Dominik Rößler

Mit dabei ist die Arabistin und Übersetzerin Dr. Claudia Ott. Unter dem Titel
“Die sieben Reisen Sindbads – eine arabische Odyssee?“
liest und erzählt sie aus der berühmten Geschichte „Sindbad der Seefahrer“. In einem Kurzvortrag verrät sie uns, was Sindbad mit Oman verbindet und wie die Geschichte in Tausendundeine Nacht gelangte. Sie wird begleitet von Hadi Alzadeh auf der persischen Trommel.

 

 

Die Henna-Malerin Fouzia veranstaltet einen Workshop.

 

 

Aiman Mazyek (Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland) hält den Vortrag: “Haben wir Angst vor einem Deutschen Islam?!”

 

 

 

Der Kalligraph Elia Zuheir schreibt Ihren Namen.